Achava heißt Brüderlichkeit

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Die in Thüringen etablierten Achava-Festspiele konnten am Mittwoch zum zweiten Mal in Meiningen musikalisch miterlebt werden, als der Klezmer-Klarinettist Helmut Eisel mit der Unterstützung einer Gypsy-Band aus Ungarn mit Schülern des Evangelischen Gymnasiums in einem Workshop einen musikalischen Brückenschlag - oder dem Festivalthema gemäß eine Verbrüderung - verschiedener Musizierkulturen vollzog: Frei improvisierte Romarhythmen und jiddische Skalen wechselten sich mit westeuropäischem, schriftlich fixiertem Klanggut, und alle Mitwirkende bewiesen große Souveränität beim spielerischen Schlagabtausch im Dialog der Kulturen. Unseren Schülern, die sich als Sänger und Instrumentalisten nach einem mehrstündigen Workshop als selbstverständlicher Teil in das musikalische Ganze fügten, eröffnete die improvisierende Musizierpraxis einen ungewohnten, neuen Ansatz, der sicherlich nahhaltig bereichert. Am Nachmittag ließ sich das Ergebnis allen Interessierten in einem kleinen, öffentlichen Konzert anhören - und auch der Zuhörer wurde schließlich vom unbändigen Freiheitswillen der osteuropäischen Musik eingeholt: Das passive Zuhören, die strenge Grenze zwischen Künstler und Publikum wurden schließlich einfach aufgelöst, als alle Anwesenden das Konzert zu einem gemeinsamen musikalische Höhepunkt und Abschluss brachten.